Mississippi – unterschätztes Südstaatenjuwel

Rad-Dampfer im Mississippi vor New Orleans

Raddampfer im Mississippi vor New Orleans

Der Bundesstaat Mississippi im Südosten der USA mag auf den ersten Blick nicht das Reiseziel schlechthin sein. Weitreichende Wälder und große Anbauflächen für Mais, Reis, Soja und Baumwolle bestimmen die Landschaft des Magnolia State.

Doch wer die Klischees des „Alten Süden“ einmal hautnah erleben möchte, der ist in Mississippi genau richtig. Das schwülwarme Klima verlangsamt das Leben, man trifft sich auf den Front Porches zu einem kleinen Tratsch mit Nachbarn und Freunden oder in den lauschigen Gärten auf ein herzhaftes BBQ.

Auf einer Fahrt entlang des mächtigen Mississippi auf der Great River Road kommt man an wunderbaren Orten vorbei. Clarksdale ist zum Beispiel einen Stop wert, ein Mekka für Freunde der Blues-Musik. Informationen zu dieser emotionalen Musik gibt es im Delta Blues Museum im Historic Blues District, besser bekannt als Blues Alley. Und um die Musik live zu erleben kann man einen Besuch im Ground Zero Blues Club anschließen, der u.a. von dem bekannten Schauspieler Morgan Freeman betrieben wird. Clarksdale ist nicht nur der Geburtsort des Blues, sondern auch von Musikgrößen wie John Lee Hooker und Muddy Waters. Nicht zu vergessen ein Fotostop an der berühmten Kreuzung „Crossroads“, an der Gitarrist Robert Johnson seine Seele dem Teufel verkauft haben soll.

Weiter im Süden liegt Vicksburg, das für zwei Dinge bekannt ist. Zum einen war es der Austragungsort einer der wichtigsten Schlachten des amerikanischen Bürgerkriegs. Das weitläufige Schlachtfeld (Besichtigung erfolgt mit dem Auto), das Museum der U.S.S. Cairo und der Vicksburg National Cemetery bieten einen umfassenden Einblick in diese – für den Süden lange Zeit – traumatische Zeit. Zum anderen hat aus der kleinen Stadt am Mississippi ein Kultgetränk seinen weltweiten Siegeszug angetreten. Joseph Biedenharn füllte hier im Jahr 1894 die ersten Flaschen Coca-Cola ab. Ein kleines Museum voller Memorabilia erinnert an diesen Umstand.

Weiter geht es Richtung Süden nach Natchez, das mit über 500 Antebellum-Häusern die einstige Schönheit und den Reichtum des „Alten Südens“ bewahrt hat. Besucht man den Ort zur Natchez Pilgrimage (jeweils vier Wochen im Frühjahr und im Herbst), hat man die Möglichkeit auch im Privatbesitz befindliche Häuser zu besichtigen. Highlights sind sicher das heute als B&B genutzte Dunleiht mit seiner umlaufenden Süulenveranda, Magnolia Hall mit der an die Antike angelehnten Fassade, das achteckige Longwood House und das über dem Mississippi thronende Rosalie Mansion. In der Grand Village of the Natchez Indians bekommt man einen lehrreichen Einblick in das Leben und die Kultur der indianischen Ureinwohner dieser Region.

Wahre Elvis-Fans machen sich auf den Weg von Memphis nach Tupelo, dem Geburtsort des King of Rock´n´Roll, Elvis Presley. Das bescheidene Haus ist zu besichtigen, ein Museum ist angegliedert. Und wenn man schon mal vor Ort ist, kann man auch das Tupelo Automobile Museum besuchen.

Auch die Hauptstadt Jackson hat einiges zu bieten. Neben historischen Gebäuden wie dem State Capitol oder dem Governor´s Mansion bietet die Stadt auch einige interessante Museen. Für einen entspannten Spaziergang gibt es wohl keinen besseren Ort als die wunderschön angelegten Mynelle Gardens. Für ein noch intensiveres Naturerlebnis empfiehlt sich eine Fahrt zum Cypress Swamp Trail nahe Jackson. Auf erhöhten Pfählen führt ein Holzsteg durch das sumpfige Gelände – vorbei an Alligatoren, Schildkröten und allerlei Vogelarten. Besonders schön ist die Landschaft im Herbst, wenn die Bäume ihr farbenfrohes Blätterkleid tragen. Der Cypress Swamp lässt sich von Jackson aus über den Natchez Trace, einen ehemaligen Indianerpfad, erreichen. Dieser führt auf einer landschaftlich schön gelegenen Strecke bis nach Nashville, Tennesee – eine Route die sich lohnt, auch wenn man den Staat Mississippi nur zur Durchreise nutzt.