Ein Abstecher in die Welt der einstigen Superreichen

National Historic Landmark Vanderbilt Mansion Hyde Park NY

National Historic Landmark Vanderbilt Mansion Hyde Park NY

Wer kennt sie nicht, die Namen der mächtigen Industriebosse Amerikas – Rockefeller, Vanderbilt, Ford oder auch des Kaufhauskönigs Woolworth. Wenn man aber denkt dass sich diese mehr als wohlhabenden Persönlichkeiten allesamt im sonnigen Süden der USA angesiedelt hätten – der hat die Rechnung ohne New York und sein Umland gemacht.

Winfield Woolworth, der Gründer der gleichnamigen Kette, erbaute sich einen prachtvollen Landsitz in Glen Cove, Long Island im Bundesstaat New York. Da es sich in Privatbesitz befindet, ist ein Besuch leider nicht möglich.

Das einstige Wohnhaus des Eisenbahnmagnaten Andrew Carnegie, in dem er Jahrzehnte bis zu seinem Tod lebte, steht jedem offen. Denn das Andrew Carnegie Mansion, direkt am Central Park in Manhattan gelegen, beherbergt heute das National Design Museum, eine Unterabteilung des Smithsonian Institut.

Der Familie Vanderbilt, die ihr Vermögen durch den Aufschwung der Eisenbahn machte, verdanken wir eine Reihe ganz unterschiedlicher Häuser, Landsitze und Residenzen. So das etwas außerhalb des Städtchen Hyde Park, New York gelegene Vanderbilt Mansion am Hudson River. Nicht nur das luxeriöse Interieur sondern auch die (für damalige Zeit – wir sprechen von den 1890er Jahren) technische Ausstattung beeindrucken. Dem Hausherrn standen fließend Warmwasser sowie elektrisches Licht zur Verfügung. In Newport, Rhode Island, errichteten sich mehrere Generationen Vanderbilts eine Bleibe. „The Breakers“, das auf einem Cliff über dem Atlantik thront, ist eine der meistbesuchten Attraktionen in dem kleinen Bundesstaat. Einen Rundgang durch die geschmachvoll eingerichteten Räume sollte man sich nicht entgehen lassen. Ebenso als Museum der Öffentlichkeit zugänglich ist „Marble House“, eine wunderschöne Sommerresidenz im Beaux-Arts-Stil. Das Anwesen „Rough Point“, das erst seit dem Tod seiner Besitzerin vor ca. 20 Jahren kleine Besuchergruppen einlässt, bietet eine charmante Mischung aus musealer Sammlung und gemütlichem Zuhause. Das wohl prachtvollste Gebäude aber ist in Asheville, North Carolina, zu bewundern. „Biltmore“ ist perfekt dem Stil französischer Renaissanceschlösser nachempfunden. Auf dem weitläufigen Areal befindet sich ein kleines Dorf, eine Kirche sowie landwirtschaftliche Einrichtungen.

Henry Ford wählte für seine Familie die Stadt Dearborn in Michigan als Wohnort, seine Heimatstadt und Sitz der Fort Motor Company. Das „Fair Lane“ benannte Anwesen war für Jahrzehnte das Wohnhaus der Fords. Neben dem rustikal-trutzigen Haupthaus finden sich Reitställe, Bootshäuser und ein mit viel Liebe zum Detail angelegter Garten.
Und im Süden? In Florida ließ sich zum Beispiel John D. Rockefeller nieder. In Ormond Beach fand er mit „The Casements“ die ideale Winterresidenz. Seine opulente Weihnachtsfeiern sorgten für einen Zustrom einflußreicher und wichtiger Persönlichkeiten.

Ein etwas größeres Hochzeitsgeschenk steht in Palm Beach, Florida. Der Eisenbahnbetreiber Henry Morrison Flagler schenkte das 55-Zimmer-Haus seiner Braut. Das auch unter dem Namen „Whitehall“ bekannte Gebäude war im Laufe der Zeit auch eine stilvolles Hotel. Heute ist es ein zeitgeschichtliches Museum und präsentiert Stücke aus den Pioniertagen der Eisenbahn.
William Randolph Hearst, Zeitungsverleger und Freund vieler Schauspieler der damaligen Zeit, baute sich sein ganz persönliches „Hearst Castle“ in San Simeon, Kalifornien. Dieses Schloß auf dem „Enchanted Hill“ muss man gesehen haben. 165 Räume bieten genügend Platz für eine umfangreiche Kunstsammlung, die man so eher in einem Museum erwartet hätte. Von der „normalen“ Ausstattung der Räume ganz zu schweigen. Das Anwesen verfügt über einen eigenen Landeplatz für die Privatflugzeuge der betuchten Freunde und Besucher. Mit nachlassender Gesundheit verbrachte Hearst mehr Zeit im Beverly House in Beverly Hills, einer prachtvollen Villa mit lauschigem Innenhof, großem Terrassengarten mit Pool und einer umwerfenden Inneneinrichtung. Um auch in New York den befreundeten Schauspielern und Prominenten eine Bleibe bieten zu können, erbaute Hearst das Warwick Hotel in Manhattan. Die Namen der Signiture Suiten erinnern noch heute an diese Zeiten: sie sind Jane Russell, Marion Davies (seiner langjährigen Geliebten) und den Follies, den Tänzerinnen der Revueshows, gewidmet.

Cleveland – einen Stadt verjüngt sich

Panorama of Cleveland

Panorama of Cleveland

Im Nordosten Ohios, am Eriesee, liegt Cleveland. In den letzten Jahrzehnten hat man sich mit großem Eifer daran gemacht, die einst blühende Arbeiterstadt wieder zu einer lebens- und liebenswerten Stadt zu machen.
Ein MUSS in Cleveland ist die Rock and Roll Hall of Fame. Das exzentrische Gebäude am Ufer des Eriesees ist kein Museum im eigentlichen Sinn, es ist ein Erlebnis. Instrumente, Bühnenoutfits und Accessoires berühmter Musiker wie Elvis, B.B. King, Beatles und Jimi Hendrix werden hier ausgestellt. Echte Rock´n Roll Fans können hier vermutlich Tage verbringen!
Ganz in der Nähe liegt das historische U-Boot USS Cod vor Anker. Es war während des zweiten Weltkriegs im Einsatz und präsentiert sich dem neugierigen Besucher im Originalzustand. Man sollte sich bei einer Besichtigung immer vor Augen halten, dass 80 Mann Besatzung in dieser Enge unter Wasser ausharren mussten!
Zur Stärkung kann man entweder in Little Italy haltmachen. Oder den West Side Market im schönen alten Viertel Ohio City aufsuchen. Wie viele der benachbarten Gebäude ist auch die riesige Markthalle ein Backsteinbau. Lssen Sie sich von den Auslagen und Düften verführen – oder bummeln Sie durch die angrenzenden Strassen und entdecken Sie eine der kleinen Brauereien für sich.
Ein Museumsbesuch eignet sich immer hervorragend um einen verregneten Nachmittag zu überbrücken. Das Cleveland Museum of Art bietet eine bedeutende Sammlung amerikanischer Kunst, aber auch europäische Kunst des Mittelalters. Spannend – nicht nur für Kinder – sind die Exponate im Cleveland Museum of Natural History, das seit den 1830er Jahren kontinuierlich an Größe gewinnt. Verschiedenste Dinosaurier, Mammuts und Säbelzahntiger sowie die über 3 Millionen Jahre alte Lucy (unsere älteste Vorfahrin!) gibt es hier zu bestaunen.
Einige geruhsame Stunden kann man im Cleveland Botanical Garden verbringen. Mehrere Themengärten, darunter der Japanese Garden, und das riesige Glashaus bieten die Gelegenheit die Seele baumeln zu lassen.
Ein Schmuckstück ist der Lake View Cemetery, mehr Park als Friedhof. Wunderschöne alte Mausoleen und berührende Grabsteine erzählen die Geschichten zahlreicher Bürger Clevelands. Nur im Sommer zugänglich ist das Garfield Memorial (Garfield war der 20te Präsident der USA) und die Wade Chapel, für deren Innenausstattung Louis Comfort Tiffany zuständig war. Nicht zu übersehen ist der Obelisk zu Ehren des einst reichsten Mannes Amerikas, des Ölmagnaten John D. Rockefeller.