Amerika entdecken – auf etwas anderen Wegen

voiture vintageSo vielfältig das Land, so vielfältig sind auch die Reisemöglichkeiten. Hier nur einige Anregungen wie man das Land der unbegrenzten Möglichkeiten für sich ganz individuell entdecken kann.

Bewegt man sich abseits der großen Städte und plant auch Übernachtungen in den großen Naturparks wie Yosemite oder Yellowstone, ist ein Camper sicherlich die beste Wahl. In den eigenen – geliehenen – vier Wänden kann man sich auch freier bewegen, da man keine Reservierungen einhalten muss. Auf den meisten Campingplätzen gilt allerdings „first come, first serve“, was in der Hauptsaison besonders zu beachten ist, da die Stellplatzkontingente schnell vergeben sind.

Wer Lust auf eine echtes Highway-Abenteuer hat und in seiner Reiseplanung ein wenig flexibel ist, der kann als Begleiter auf einem echten Truck mitfahren. Der Frachtauftrag bestimmt wo es hingeht und mit einem Trucker als Fahrer, der dieses Geschäft schon jahrelang betreibt, wird es bestimmt nicht langweilig. Man schläft mit an Bord des Trucks und nimmt seine Mahlzeiten in den diversen Truckstops entlang der Reiseroute ein.

Wer seinen Roadtrip zu einem besonderen Erlebnis machen möchte, sollte in einem Oldtimer die traumhaften Küstenstrassen Kaliforniens oder auch die Route 66 unsicher machen. Während vor einigen Jahren der Verleih von Classic Cars noch im Dornröschenschlaf lag finden sich heute immer mehr Anbieter – das Angebot reicht von mehrstündigen Ausflügen auf landschaftlich reizvollen Strassen bis zu durchgeplanten Reisen durch die ganzen USA. Entschließt man sich spontan zu einem Nostalgie-Trip, kann man auch das Prinzip „kaufen – fahren-verkaufen“ anwenden.

Gemütlich zurücklehnen und sanft durch die verschiedensten Landschaften gleiten – Bahnfans sind in Amerika in ihrem Paradies angekommen. Amtrak bietet verschiedenste Routen durch dieses vielfältige und riesige Land. So gibt es Züge entlang der Küsten, die die wichtigsten Metropolen miteinander verbinden – so der Coast Starlight an der Westküste zwischen Seattle und Los Angeles oder als Pendant dazu der Silver Service an der Ostküste, zwischen Boston und Miami. Daneben gibt es natürlich auch Verbindungen quer durch das Land. Man muss nur Zeit mitbringen, denn während man mit dem Flugzeug nur wenige Stunden braucht, kann sich einen Zugfahrt durchaus über mehrere Tage erstrecken.

Daneben gibt es noch kleine Teilstrecken, die meist noch auf die ersten Tage der Eisenbahn zurückgehen und durch landschaftlich und geschichtlich interessante Gebiet führen. So z. B. hoch im Norden die White Pass & Yukon Route, die während des Goldrausches am Klondike entstand. Oder die Narrow Gauge Railroad in Colorado. Man sollte schwindelfrei sein wenn man sich hier auf die Fahrt mit der Dampflokomotive einlässt, schmiegen sich die Geleise doch an steil abfallende Feldwände. Oder wie wäre es mit einer Zugfahrt mit Übernachtung zum Grand Canyon?

Sehr beliebt bei Touristen aus aller Welt sind die Motorradreisen durch die USA – Easy Rider Feeling inklusive. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter, deren Angebot nahezu alle Facetten abdeckt. Ob Seattle, Las Vegas oder die Keys, ob auf der Route 66 oder im Wilden Westen, ob rund um den Yellowstone National Park oder durch die BBQ und Bluegrass-Staaten Kentucky und Tennessee – mit einem erfahrenen Guide oder alleine – ein solcher Roadtrip ist eine der schönsten Erlebnisse im Leben.

Um unterwegs mobil zu navigieren, kann man sich die mit 10-15 $ pro Tag vom Autovermieter sehr teuer vermieteten Navis mit US-Karte sparen und einfach das eigene Smartphone mit einer amerikanischen Prepaid-SIM-Karte nutzen. Gleichzeitig spart man sich teure Telefongebühren und hat eine Flatrate nach Europa dabei auf Wunsch (hier USA SIM-Karten).

Gute Fahrt…

Route 66 – unterwegs auf der Mutter aller Strassen von Illinois nach Kansas

Route 66 – unterwegs auf der Mutter aller Strassen

Route 66 – unterwegs auf der Mutter aller Strassen

Route 66, das ist ein Synonym für Freiheit – und ein Traumziel vieler Amerika-Touristen. Beginnend in Chicago, Illinois schlängelt sie sich durch sieben US-Bundesstaaten bis nach Kalifornien. Entlang der Route findet man immer wieder Relikte aus der Blütezeit dieser Strasse – allesamt sind sie einen Fotostopp und teilweise auch einen kleinen Umweg wert, denn den ursprünglichen Verlauf kann man nicht mehr ohne Unterbrechungen abfahren.

In Illinois gibt es zahlreiche liebevoll restaurierte Tankstellen zu sehen, so in Dwight, Odell, aber auch in Williamsville und Mt. Olive. Von der Vic Suhling´s Gas for Less ist leider nur das Schild an der Strasse übrig. Zahlreiche kleinere und größere Museen und Austellungen finden sich vielen Orten. So das Route 66 Hall of Fame Museum in Pontiac oder Henry´s Rabbit Ranch, eine Institution in Staunton. Kinder sind immer wieder von den riesigen Werbefiguren begeistert, den sogenannten Muffler Men. In Willmington warb der Gemini Giant für Drive-In Restaurant, am Ortseingang von Atlanta grüßt ein fast 6 m hoher Bunyon Man mit Hotdog in der Hand. Die dritte Figur steht in der Hauptstadt Springfield, der Lauterbach Tire Man. Übrigens lohnt es sich auf der Fahrt in Funks Grove nahe Bloomington einen Stopp für den weltbesten Ahornsirup einzulegen.

Über die Chain of Rocks Bridge und den Mississippi geht es weiter nach Missouri. In nahezu jedem Ort findet man (verlassene) Motels und Restaurants, die einst die Reisenden beherbergten. Ein interessantes Stück der Route 66 befindet sich bei dem Ort Hooker. Hier am Devils Elbow wurde die Strasse durch den Fels gesprengt – ein prima Fotomotiv. Für eine Stärkung sollte man im Elbow Inn Bar and BBQ Pit einkehren. In Lebanon verkauft eine Sodafabrik Route 66 Soda und Bier – einen nette Idee für ein Souvenir. Im Örtchen Paris Springs befindet sich eine Institution, die Gay Parita Sinclair Station. Keiner weiss soviel über die Route 66 wie Betreiber Gary Turner. Sicher kann er auch etwas über die älteste, bereits 1915 eingerichtet Tankstelle in Carthage erzählen.<pY
Kansas wird von der Route 66 nur auf einem kurzen Stück beehrt, doch es gibt Einiges zu sehen. In Galena müssen alle Fans des Animationsfilms Cars einen Stop einlegen. Vor der restaurierten Tankstelle Four Women on the Route steht ein schon in die Jahre gekommener Harvester L-170 Truck – das Vorbild für den knuffigen Abschleppwagen Hook! In Riverton kann man sich mit Souvenirs im kleinen aber feinen Eisler Brothers Old Riverton Store eindecken – und mit Reiseproviant. Hier soll es prima Sandwiches geben. Über die unscheinbare, aber wichtige Rainbow Curve Bridge geht es weiter nach Baxter Springs, wo sich eine verlassene DX Tankstelle sowie eine heute als Tourist Center fungierende Philipps 66 Tankstelle befinden. Noch einen Pause im Cafe on the Route und weiter geht es nach Oklahoma.