Wetterextreme in den USA

Tornado in Kansas

Tornado in Kansas

Bedingt durch seine topographische Gliederung treten in den USA Jahr für Jahr „climatic hazards“, also extreme Wetterereignisse auf. Diese reichen von den Blizzards im Nordosten bis zu den Sandstürmen im Süden und sind meist saisonal begrenzt – nicht jedoch in ihrer flächenmäßigen Ausdehnung. Ein blick auf die Unwetterkarte ist vor einer Reise in die USA durchaus ratsam.

Im Winter sind die nördlichen Staaten der an die Rocky Mountains grenzenden Great Plains (u.a. die Staaten Montana, Kansas, Colorado etc.), die Great Lakes Region nahe Chicago sowie der nördliche Teil der Ostküste häufig von Blizzards betroffen. Diese Winterstürme fordern nicht nur immer wieder zahlreiche Todesopfer, sondern zerstören Infrastruktur, Gebäude und die Natur. Vor diesen Naturgewalten müssen auch durchorganisierte Großstädte wie New York kapitulieren. Weitere kalte Wetterphänome sind gefrierender Regen, dem häufig Überlandleitungen zum Opfer fallen sowie eiskalte Nordwinde (Northers), die binnen weniger Minuten zu schweren Erfrierungen führen. Bis nach Florida und Kalifornien reichen die Auswirkungen des Killing Frost, der immer wieder zu großen Ernteausfällen führt.

Die Rocky Mountains auf der westlichen Seite, die weiten Ebenen der Great Plains und der Golf von Mexiko im Osten bieten ideale Voraussetzungen für die Bildung von Tornados. Der Landstreifen von Nebraska bis Texas wird deshalb auch Tornado Alley genannt. Jahr für Jahr zählt man mehr als 500 dieser schwer vorhersagbaren Wetterkatastrophen in diesem Bereich. Die schwerste Katastrophe ereignete sich im Mai 1999, als innerhalb eines Tages 70 Tornados über die Bundesstaaten Texas, Oklahoma und Kansas hinwegfegten.

Das schlimmste Gefahrenpotiental lauert aber bei einem Hurrikan. Von Juni bis November ist an der südlichen Ostküste Saison für diese Naturgewalt und die Bilder der zerstörten Stadt New Orleans durch Hurrikan Katrina bleiben wohl auf immer unvergessen. Die extremen Windgeschwindigkeiten in Verbindung mit extremen Regenfällen und hohem Wellengang sorgen für Fluten, Überschwemmungen, Erdrutsche und Windbruch.

Die meisten Todesopfer und den größten finanziellen Schaden richten allerdings Überschwemmungen an, die zum einen durch die Schneeschmelze aber auch durch tagelangen Extremregen entstehen. Die fruchtbaren Uferbereiche der großen Ströme wie des Mississippi ließen große Siedlungen entstehen, die vor Hochwasser nur in geringem Maße geschützt werden können. So brachen bei der großen Flut am Mississippi im Sommer 1993 1000 der knapp 1300 Deiche und es entstand ein Schaden von mehreren Milliarden Dollar.

Sollte man in seinem Urlaub in eines dieser Wetterextreme geraten – hören Sie auf die Warnungen und die Ratschläge der Einheimischen und unterschätzen Sie nicht die Gewalt und das rasche Vorankommen dieser Naturphänomene.